Ein Kindergartenjahr

Die ersten Wochen im Kindergarten sind für alle sehr aufregend. Neue Menschen, neue Umgebung, neue Regeln, vielleicht auch zum ersten Mal ohne Mama und Papa zu bleiben oder das Gefühl kennen zu lernen jetzt ein „Großer“ zu sein – es wird einiges von den Kindern verlangt.

Wenn sich die „Kleinen“ eingewöhnt haben, findet unser erstes Fest statt, unser Brezenbegrüßungsfest. Mit diesem Fest heißen wir alle alten und neuen Kinder in unserem Kindergarten willkommen. Dazu treffen wir uns alle im Garten unter unserem Apfelbaum und schauen, wer nun ein Spielkistenkind ist. Es wird gesungen, und wie der Name schon sagt, bekommt jedes Kind eine Brezel.

Im Herbst organisiert der Elternbeirat mit dem Team ein Kartoffelfeuer für alle Eltern und Kinder um sich in gemütlicher Runde kennen lernen zu können. In der Arbeit mit den Kindern bietet der Herbst viele Möglichkeiten zu basteln, zu singen und die Natur zu beobachten.

Einen besonderen Stellenwert hat in dieser Zeit unsere Erntedankwoche Anfang Oktober – wir schauen uns ein Tischtheater an, essen und kochen gemeinsam die mitgebrachten Lebensmittel, lernen Obst und Gemüse mit allen Sinnen kennen.

Bald darauf beginnen schon die Basteleien der Laternen für unseren St. Martinsumzug. In dieser Zeit hören wir die Legende des St. Martin und sprechen über das Teilen und Helfen.

In der Adventszeit bekommen wir Besuch vom Adventswichtel, der uns mit kleinen Geschenken, die an einem Elternabend von den Eltern für Ihre Kinder gestaltet werden und einer weihnachtlichen Geschichte die Zeit bis Weihnachten verkürzt. Außerdem wird natürlich viel gebastelt, gesungen und gespielt. In dieser Zeit laden der Elternbeirat und das Team zu einem Adventsspaziergang für die ganze Familie ein.

Nach den Weihnachtsferien bestimmt die Natur unser Thema – der Winter. Wir nutzen unseren kleinen Berg im Garten oder aber wir gehen zu den großen in der Nähe liegenden Schlittenbergen. Es wird mit Schnee und Eis experimentiert, und auch einfach die Ruhe nach der spannenden und aufregenden Adventszeit genossen.

Mit der anschließenden Faschingszeit beginnt die Projektarbeit in unserem Kindergarten. Projektarbeit bedeutet bei uns, jede Gruppe hat ein Hauptthema, welches sich wie ein roter Faden bis in den Sommer hinein entwickelt. Solche Hauptthemen können z. B. sein:

  • Kunst und Natur – in jedem steckt ein Künstler
  • Mein Herz klopft, ich kann mich spüren
  • Blaues zwischen Himmel und Erde
  • Die Wiese lebt
  • Wasser ist nicht nur nass!
  • Eine Reise ins Land der Märchen
  • Fliegen, Hämmern, Feuerlöschen – wir nehmen Berufe unter die Lupe
  • Überall sind Farben u.v.m.

Höhepunkt der Faschingszeit in der Spielkiste ist unser kunterbuntes Faschingsfest am Freitag vor dem Faschingswochenende.

Nach dem wilden Treiben erwarten wir den Frühling mit allen seinen Farben und Möglichkeiten. Am kalendarischen Frühlingsanfang feiern wir unser Schellenurslifest ( ein Brauch aus der Schweiz ) wofür wir vorab Tonblumentöpfe in bunte Frühlingsglocken verwandeln. Direkt im Anschluss säen sich die Kinder Ostergärtchen an, und wir beschäftigen uns intensiv mit dem Thema Wachsen und Werden in Verbindung mit dem jeweiligen Gruppenthema.

Nach unserem Osterfest kommt das Projekt voll zum Einsatz. Von den Erzieherinnen wird ein Einstieg in das Thema gegeben, danach jedoch gilt es auf die Bedürfnisse der Kinder zu hören – wo liegen die Interessen, welchen Schwerpunkt greifen wir uns aus dem großen Thema heraus – wie lange beschäftigen wir uns damit. Natürlich versäumen wir es nicht, mit viel Spontaneität und Einfallsreichtum alle Bereiche der Förderung abzudecken, und auch die gute Lage unseres Kindergartens auszunutzen und möglichst viele Exkursionen zu unternehmen (in den Wald, an die Würm, in die Natur).

Im Mai kommt dann endlich der große Tag für unsere Vorschulkinder. Sie dürfen einen Ausflug ganz ohne die „Kleinen“ machen (z.B. in den Wildpark Poing).

Ende Mai stecken wir ganz in den Vorbereitungen für den Höhepunkt des Kindergartenjahres – unser Sommerfest für die ganze Familie. Die Hauptorganisation übernimmt hierfür der Elternbeirat in Zusammenarbeit mit dem Team, aber auch die Kinder leisten ihren Beitrag zur Gestaltung. Die Vorschulkinder üben Tänze oder ein kleines Theaterstück ein, und auch die Kleinen werden mit einer Aktion eingezogen.

Ab den Pfingstferien verlagern wir, sofern das Wetter mitspielt, den ganzen Tag mit allen Aktionen nach draußen. Die Vorschulkinder dürfen einmal an einer Unterrichtsstunde in der Grundschule teilnehmen, und die Vorschularbeit richtet sich immer mehr auf den baldigen Schuleintritt aus.

Im Juli lädt der Elternbeirat ein letztes Mal für das Kindergartenjahr ein. Diesmal zu einem Familienwandertag am Wochenende. An diesem Tag bereiten die Eltern eine kleine Erlebniswanderung mit einigen Aktionspunkten vor, der Wandertag endet mit einem gemeinsamen Picknick.

Kurz vor dem Sommerferien feiern wir in den Gruppen den Abschied unserer Großen. An diesem Tag dürfen die Vorschulkinder abends noch einmal, zur Übernachtung der Vorschulkinder in den Kindergarten kommen. Es werden Würstchen am Lagerfeuer gegrillt, eine Nachtwanderung gemacht, Geschichten gehört und schließlich dann auch geschlafen. Nach einem gemeinsamen Frühstück endet für die Kinder ein ereignisreiches Jahr im Kindergarten Spielkiste.