Die Vorschule

Was bzw. wer ist ein Vorschulkind?
Vorschulkinder sind alle Kinder die ab September im laufenden Kindergartenjahr bis zum vom Kultusministerium festgelegten Stichtag (derzeit 30.09.) 6 Jahre alt werden. In Absprache mit den Eltern können auch nach dem Stichtag geborene Kinder, so genannte „Kann-Kinder“, an der Vorschule teilnehmen, um gemeinsam im Laufe des Jahres über eine eventuelle vorzeitige Einschulung nachzudenken.

Unsere Ziele in der Arbeit mit den Vorschulkindern
Wir möchten die Kinder im Laufe des Kindergartenjahres langsam und auch spielerisch an verschiedene Formen des Lernens heranführen. Sie sollen erfahren, wie viel Freude es machen kann, sich an Neues und Unbekanntes heranzutrauen, und dass Lernen auch bedeutet zu experimentieren, zu beobachten, Verantwortung zu übernehmen, und vielleicht auch etwas üben zu müssen und nicht aufs erste Mal zu können. Unser Ziel ist es, die Kinder als gestärkte, selbstbewusste und motivierte Persönlichkeiten aus dem Kindergarten an die Schule zu „übergeben“.

Wie sieht unsere Vorschularbeit in der Praxis aus?
Zu Beginn des Kindergartenjahres bringt jedes Vorschulkind ein Mäppchen mit einer Auswahl an Buntstiften, einer Schere, einem Spitzer und einem Klebestift mit. Dazu bekommen sie von uns eine dann noch leere Vorschulmappe, die wir über das Jahr hinweg mit den unterschiedlichsten Arbeiten füllen werden. Das ganze Jahr hindurch gehen die Vorschulkinder einer Gruppe mit jeweils einer Erzieherin einmal pro Woche in einen extra Raum, wo die von den Kindern sehr geliebte „Vorschule“ stattfindet. Es werden naturwissenschaftliche, mathematische, ethische u. v. m. Themen erarbeitet und besprochen, oder aber auch schwierigere kreative Beschäftigungen durchgeführt. Elemente des Würzburger Programmes haben wir in unserem Morgen- und/ oder Stuhlkreis integriert.

Über diese, von uns angeleiteten Vorschulangebote hinaus werden unsere „Großen“ auch in den alltäglichen Bereichen zu Selbständigkeit und Verantwortung herangeführt. So bekommt z. B. jedes „Große“ ein „neues Kleines“ als Patenkind, um als Ansprechpartner, Helfer in der Not (z. B. beim Anziehen oder Streitigkeiten) und Partner bei den wöchentlichen Waldtagen oder Spaziergängen zu agieren. Sie übernehmen auch Botengänge in andere Gruppen oder die Küche, Aufgaben wie Blumen gießen, Tisch decken für das gemeinsame Mittagessen, den Wochenkalender führen u. v. m.

In der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten dürfen alle Vorschulkinder gemeinsam einen Ausflug, ganz ohne die „Kleinen“, z. B. mit dem Reisebus, nach Poing in den Wildpark machen. Für unser jährliches Mai- oder Sommerfest studieren die Vorschulkinder ein kleines Theaterstück oder Tänze ein, die dann zur Eröffnung des Festes für alle Verwandten vorgeführt werden. Um langsam einen Einblick in das Leben als Schulkind zu bekommen dürfen wir in kleinen Gruppen an einer Schulstunde in der Grundschule teilnehmen. Doch am heißesten ersehnt wird jedes Jahr die Übernachtung der Vorschulkinder im Kindergarten vor den Sommerferien. An diesem Tag treffen wir uns abends, grillen Würstchen am Lagerfeuer, machen eine Nachtwanderung, singen Lieder und hören Geschichten um dann schließlich glücklich, erschöpft und stolz im Kindergarten zu übernachten.

Um einen „sanften“ Übergang zu schaffen, und auch um uns den Abschied nicht ganz so schwer zu machen, laden wir unsere Schulanfänger im Herbst nochmals zu einem Kartoffelfeuer ein, bei dem sie uns dann von ihrem Leben in der Schule und dem bereits Gelernten berichten können.